Faire Welt Rastatt e.V.

 

 

 

 

 

 

Nachruf:

 

Liebe Kund:innen und Freund:innen von BanaFair,

 

leider haben wir eine sehr traurige Nachricht: unser Freund und Partner Joaquín Vásquez (Ecuador) ist an Ostersonntag infolge einer Corona-Infektion verstorben. Es ist für uns immer noch nicht fassbar.

Viele von Ihnen/Euch haben ihn kennengelernt, auf unzähligen Veranstaltungen in Schulen, Weltläden, Kirchengemeinden, im Biohandel usw., die wir meist in der Fairen Woche angeboten haben. Joaquín war für alles zu haben, von der Podiumsdiskussion bis zum stundenlangen Herumstehen am Infostand.

Joaquín war lange Jahre Präsident und später Geschäftsführer des Kleinbauernverbandes UROCAL, der aus der Landreform-Bewegung der siebziger Jahre in Ecuador entstanden ist. Wir selbst haben ihn 1996 kennengelernt, bei der Einführung der ersten Fairtrade-Bananen in Holland, die damals tlw. von UROCAL kamen. Unvergessen die Situation, etwa ein Jahr später auf einer Tagung in Costa Rica, als er uns vorgeschlagen bzw. gebeten hat, dass doch lieber BanaFair ihre Bananen vermarkten solle. Bis dahin hatten wir noch keine einzige Banane selber importiert, aber er hatte uns kennengelernt und vertraute uns. Wir haben wechselseitig schnell gemerkt, dass wir ähnlich ticken, in unserem Verständnis von Fairem Handel, nachhaltiger Produktion und sozialer Gerechtigkeit. Und so haben wir damals zugesagt und unsere Zusammenarbeit vereinbart. Wir haben bei Urocal die Bio-Zertifizierung mitfinanziert und Naturland mit hineingebracht. Und dann sukzessive versucht, den Markt aufzubauen und zu entwickeln. Immerhin haben wir es im Laufe der Jahre von wenigen hundert Kisten auf bis zu 4 Container wöchentlich gebracht, mit Unterstützung vieler alter und neuer Kund:innen aus der Fairhandelsbewegung und dem Biosektor.

Es ging immer um mehr als "nur" die Vermarktung der Bananen. Joaquín war immer der Antreiber, äußerlich stoisch wirkend, im Inneren aber voller Ideen, Konzepten und Tatendrang, immer die Situation der Kleinbauernfamilien vor Augen und immer auf der Suche, diese zu verbessern, die kleinbäuerliche Familienlandwirtschaft nachhaltig zu sichern.

Vor drei Jahren ist er bei UROCAL ausgeschieden. Es gab dann einen Führungswechsel und in dessen Folge einige interne Spannungen. Joaquín selbst war der Meinung, dass ein Dachverband wie UROCAL nicht alles leisten könne, Mitgliedervertretung, Lobbyarbeit machen, Projekte durchführen und noch die ganze Vermarktung zu betreiben. Er begann, mit einigen Bananenbauern zusammen neue Strukturen aufzubauen, eine Exportfirma (EMPROCOMPT), eine Stiftung für Projekte und Programmentwicklung, und er suchte die weitere internationale Vernetzung. Ergebnis ist heute die "Internationale Allianz zur Stärkung kleinbäuerlicher Familienlandwirtschaft", in der Kleinbauernorganisationen und Agrargewerkschaften aus Ecuador, Peru, der Karibik und von den Philippinen zusammenarbeiten, mit Unterstützung von europäischen Nichtregierungsorganisationen wie Banana Link aus Großbritannien und BanaFair.

Der größte Teil der Bananenproduzent:innen von UROCAL, deren Bananen wir seit 1998 vermarkten, ist zwar Mitglied im Dachverband geblieben, geht aber für die Vermarktung eigene Wege, die Joaquín geöffnet hat. Seit 2-3 Jahren beziehen auch wir den Großteil unserer Bananen über die Exportfirma Emprocompt, hinter der die größte Vereinigung der Bananenbauern von UROCAL  steht.

Es ist auch nach Tagen immer noch kaum zu begreifen, eigentlich unfassbar, dass Joaqúin Vásquez nicht mehr da ist. Natürlich wird die Arbeit weitergehen, in den verschiedenen Gremien und Organisationen in Ecuador werden Joaquíns Positionen und Verantwortungsbereiche neu besetzt, in großem Respekt vor seinem Lebenswerk.

Auch für uns als BanaFair ist sein Vermächtnis Verpflichtung und Auftrag für die Zukunft.

Herzliche Grüße

Rudi Pfeifer

 

(im Namen aller Mitarbeiter:innen von BanaFair)

 

 

 

BanaFair e.V.

Import und Vertrieb von menschenwürdig produzierten Bananen.  

Fairer Handel von Bananen durch Kooperation mit kleinen Erzeugern. 

Förderung struktureller Veränderung in bananenproduzierenden Ländern, Bildungs- und Lobbyarbeit zu Produktionsbedingungen. 

...ca. 500 Verkaufsstellen im Bundesgebiet – eine davon hier!

 

Unser Angebot:

Hier im Weltladen zu den Öffnungszeiten können sich gerne in ein „Bananen-Abo“ einklinken.

Alle 14 Tage verpflichten sie sich, einen oder mehrere Kilos fair gehandelte Bananen zum Preis von 2,50 Euro/kg abzunehmen.

Besonders auch für kleine Kinder sind unsere Bio-Bananen sehr empfehlenswert.

Die Bananen liegen ab dienstags im Weltladen bereit.

Guten Appetit.

 

  

 

 

 

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